Designforschung

Warum überhaupt setzt sich eine interdisziplinär zusammengesetzte Forschergruppe mit Design wissenschaftlich auseinander?

Der Grund dafür liegt in den aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung en der letzten Jahrzehnte. Die Öffnung der Märkte einerseits und die wachsende Komplexität der unternehmenseigenen Strukturen sowie die durch Medien hergestellte kritische Öffentlichkeit potenziell autonomer Kunden andererseits stellen Unternehmen vor die Aufgabe, ihre Produkte in diesen komplexen Kontext zu stellen, sich selbst als System zu reflektieren und über Produkt und Handlung Konsistenz samt den damit verbundenen Werteketten zu vermitteln. Angesichts dessen, dass Märkte also immer offener, die Produkte und Unternehmen zunehmend ununterscheidbarer werden, kommt dem Faktor Design entscheidende Bedeutung für erolgreiches unternehmerisches Handeln zu.

Um die Funktion eines Wettbewerb entscheidenden Faktors zu übernehmen, muss Design jedoch in einer weitreichenderen als der herkömmlichen Weise verstanden werden. Design ist weitaus mehr als ‚Produktkosmetik', vielmehr ist Design bewusste Gestaltung von Produkten über die medialen Eigenschaften von Materialität, Formalität, Ergonomie und aller anderen Produkteigenschaften unter Berücksichtigung ihrer Nutzungs- und Wirkungsweise.
Design betrifft neben der Produktgestaltung aber auch die Prozessgestaltung. Das bedeutet, alle am Produktentwicklungsprozess beteiligten Gruppen und Personen und Tätigkeiten in einem Unternehmen in optimaler Weise zu vernetzen. Über Produkt- und Prozessgestaltung wirkt reflektiertes und professionalisiertes Design direkt und indirekt auf Identitätsbildungsprozesse eines Unternehmens und damit auf nachhaltige positive Reputation, durch welche Organisationen jeder Art erst glaubwürdig und damit nachhaltig handlungsfähig bleiben.


Die Forscher von DE|RE|SA versuchen, über entsprechende Fragestellungen diese Prozesse zu erklären und Problemlösungen zu finden. Beginnend bei der Auseinandersetzung mit einem erweiterten Designbegriff über Fragen, was Designkompetenz ausmacht und wie im Rahmen der Designmarktforschung Designbedürfnisse auf Kunden- und Unternehmensebene eruiert werden können bis hin zur Untersuchung von Kommunikationsstrukturen im Designprozess sowie über Weiterentwicklung und Transfer neuer Materialechnologien wird versucht, das Handlungsgeflecht um Design auszuleuchten.

Ausgehend von der Annahme, dass Unternehmen Systeme sind, die sich grundsätzlich aus kommunikativen Interaktionen konstituieren, kommt der Vernetzung aller am Designprozess Beteiligten entscheidende Bedeutung zu - ohne dass sich Designer, Technologen, Marketer, Controller, PR-Beauftragte und Kunden sowohl auf fachlicher als auch auf rein sprachlicher Ebene verstehen, kann das Designergebnis nur suboptimal sein. DE|RE|SA beschäftigt sich daher in einem der Forschungsschwerpunkte mit der Schittstellenkommunikation auf struktureller und linguistischer Ebene.

Die Forscher von DE|RE|SA machen es sich zum Ziel, mit innovativer und interdisziplinärer Forschung, der Komplexität der Probleme und Herausforderungen der Praxis gerecht zu werden, durch wissenschaftlich fundierte Ansätze zu erklären und damit reflektierte und praxisrelevante Lösungsvorschläge zu entwickeln und laufend zu optimieren.